Griechenland | Reisebericht - Tipps - Informationen:
Kreta

Auszüge aus dem Reisetagebuch

Eine Woche Kreta, ein bisschen verrückt und unter ökologischen Gesichtspunkten überhaupt nicht vertretbar. Dennoch freuen wir – Esther und ich – uns auf eine sonnige und warme Woche im Mai. Gebucht haben wir den Flug und einen kleinen Mietwagen. Alles weitere sehen wir vor Ort.

Für vier Stunden Wandern haben wir beide zwei Liter Wasser im Rucksack und die brauchen wir auch. Es ist sehr warm und meist wandern wir völlig ungeschützt. Vom Ort Zaros gehen wir zunächst die Fahrstraße entlang bis zum Forellenteich, dem Vótamos-See. Zwei gemütliche Restaurants laden hier zum Speisen ein. Wir merken uns den schönen Ort für den Abend und gehen weiter. Die spektakuläre Rouvas-Schlucht ist heute unser Ziel. Da es schon früher Nachmittag ist, kommen uns viele Wanderer entgegen. Wir steigen weiter auf und genießen die Tiefblicke in die Schlucht wie auch die Fernblicke zum Meer. Die Schlucht befindet sich am südlichen Rand des Ída-Gebirges, welches die höchsten Gipfel Kretas beheimatet, so auch den Psiloritis, mit 2456 m den höchsten Berg der Insel.

Wenn wir den Reiseführer richtig gelesen hätten, wären wir heute nicht an diesen Ort gekommen. Vom Kloster Odigítrias gehen wir auf einer ziemlich hässlichen Schotterstraße nach Süden, passieren eine blitzsaubere und gepflegte Felsenkirche und stehen oberhalb eines rosa blühenden Oleander – Dattelpalmen – Hains. Atemberaubend schön! Der Weg geht im Flussbett durch den Hain, soll dann später über einen Bergrücken ins nächste Tal führen und von dort zu einer schönen Badebucht, so steht es im Reiseführer. Die Abzweigung verpassen wir und so stehen wir etwa eine Stunden später an der Mártsalos-Bucht, die – wie wir nun lesen - dreckig und voll Teer sein soll. Glücklicherweise stimmt das nicht. Wir befinden uns an einer herrlichen Buch mit einigen schattenspendenden Bäumen, einem Holzsteg und wunderbar klarem und angenehm warmem Wasser. Und das Schönste. Es ist außer uns kein Mensch hier. Wir genießen den Wander-Badetag sehr und erfahren am folgenden Tag, dass der Strand erst vor kurzem gesäubert wurde. Manchmal sollen hier sogar Konzerte stattfinden. Sehr stimmungsvoll, vermute ich.

Allgemeine Informationen

Charakter: Kreta ist sehr gebirgig (mehrere Gipfel sind über 2400m hoch) und vor allem an der Südküste zerklüftet; im Frühling, Sommer und bis in den Herbst hinein sehr trocken und meist heiß, häufig spärlich markierte Wege, oft auch weglos, Steinmännchen als Markierung, südeuropäische Flora mit unbeschreiblichen Düften, so gut wie keine Unterkünfte im Gebirge, Mehrtagestouren daher nur von Dorf zu Dorf möglich

Tagestouren:
Tour I: von Zaros zum Vótamos-See und zur Rouvas-Schlucht
Tour II: von Kamares zur Kamares-Höhle
Tour III: vom Kloster Odigítrias zur Bucht von Mártsalos
Tour IV: von Archanes zum Gipfel des Jouchtas

Unterkünfte: In vielen Dörfern im Landesinnern gibt es kleine Pensionen oder Privatzimmer. An den Küsten kommen noch jede Menge Hotels hinzu. In der Nebensaison ist es überhaupt kein Problem, vor Ort ein Zimmer zu bekommen. Dann sind auch die Preise etwa auf die Hälfte reduziert.

ÖPNV: Wir haben es nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln versucht aber es besteht die Möglichkeit, mit dem Bus die Insel zu bereisen. Unseren Mietwagen haben wir über das Hamburger Reisebüro gebucht und am Flughafen von Iraklion ganz unbürokratisch bekommen und wieder abgegeben.

Besonderheiten: Kreta ist eine wunderbare Insel zum Wandern aber auch für einen vielseitigen Urlaub. Baden an herrlichen Buchten und Ständen, antike Ausgrabungsstätten, Bergdörfer, kleine Städte, kretische Köstlichkeiten, meist Sonnenschein und vieles mehr zeichnen die Insel aus.

Reise- und Wanderführer - Land- und Wanderkarten
Kreta – Reise knowhow
Kreta - Michael Müller Verlag
Kreta – Dumont Kunstreiseführer
Kreta Touristikkarte – der Westen 1:100 000
Kreta Touristikkarte – der Osten 1:100 000

Ergänzende Literatur
Klaus Modick: Der kretische Gast
Ein wahnsinnig fesselnder, literarisch sehr ansprechender Roman. Spielt im 2. Weltkrieg und in den 70-er Jahren in Deutschland und auf Kreta. Dieses Buch ermöglicht einen tiefen Einblick in die Geschichte und Mentalität der Kreter. Ist meiner Meinung nach ein „Muss“ für’s Gepäck.

Adressen
www.studiokeramos-zaros.gr - eine sehr liebevoll gestaltete Familienpension, bekannt für ein unglaubliches Frühstückserlebnis, in Zaros


Stand: Mai 2008


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