Usbekistan | Reisebericht - Tipps - Informationen:
Tashkent - Samarkand - Buchara

Auszüge aus dem Reisetagebuch

Mit der Metro ging es zum Busbahnhof von Tashkent, von dort mit einem alten, voll besetzten Bus in etwa fünf Stunden nach Samarkand. Unterwegs stiegen weitere Passagiere zu, die alle dichtgedrängt im Mittelgang standen und an den häufig vorhandenen Straßenkontrollen ihre Köpfe einzogen. Offensichtlich ist es nicht erlaubt, mit mehr Passagieren als Sitzplätze vorgesehen sind, zu reisen. Andererseits ist das Fahrgeld der zusätzlichen MitfahrerInnen das Taschengeld des Fahrers...
In einem Bed & Breakfast direkt am berühmten Guir-Emir-Mausoleum haben wir uns einquartiert und genießen dort die Ruhe, den üppigen Garten, die sehr freundlichen Menschen und die Nähe zur Stadt, wo es für unsere Augen unglaublich schöne Kunstwerke zu sehen gibt.

Die drei Medressen des Registan, die Moschee Bibi Hanim, die Gräberstraße Shar-i-Zindah, das eben schon erwähnte Mausoleum Guir-Emir und einige kleinere Bauwerke, ihnen allen gemein ist die künstlerische Gestaltung und Verzierung in leuchtenden blau-türkis farbenen Kacheln. Noch vor wenigen Jahrhunderten lebten in den Koranschulen Zentralasiens Tausende von Schülern. Heute sind die Bauwerke lediglich ein Anziehungspunkt für Reisegruppen jenseits von Pauschalreisen und einigen wenigen Individualreisenden. Eingeschüchtert durch eine sehr autoritäre Staatsführung mit einem ehemals hochrangigen Kommunisten als Präsidenten, leben die Usbeken heute ein eher religionsloses Leben.

Die Stadt Buchara, weitere 300 km Richtung Westen, zeigt noch mehr mittelalterliche Medressen und Moscheen, dazu das Kalan-Minarett, erbaut im 12. Jahrhundert. In den vergangenen 900 Jahren erlitt das Minarett lediglich Schäden an der Außenmauer, die durch kosmetische Reparaturen leicht zu beheben waren. Hier in Buchara erlebten wir die trockene Hitze Zentralasiens mit knapp unter 40° C, was unseren Antrieb deutlich lähmte und den Tagesablauf bestimmte: Frühes Aufstehen mit Besichtigungen am Morgen, eine lange Mittagspause unter großen, Schatten spendenden Bäumen bei Grüntee und frischer Wassermelone, schließlich weitere Besichtigungen am späten Nachmittag. So ließ es sich gut leben.

Allgemeine Informationen:

Charakter: Dieses Mal ist nicht von einer Wanderung die Rede, sondern von einer zweiwöchigen Reise mit Bus und Zug durch den kunsthistorisch interessanten Teil Usbekistans mit den an der Großen Seidenstraße gelegenen Städten Samarkand und Buchara. Zu dieser Route gehört noch die Stadt Chiwa, sehr viel weiter im Westen, die wir nicht besucht haben. Die Reise schloss sich an die unter Kasachstan/Kirgistan beschriebene Wanderung durch den Nordteil des Tienshan-Gebirges an.

Übernachtungen: In den touristisch interessanten Orten gibt es kleine, privat geführte Hotels auf unterschiedlichstem Niveau. Es lohnt sich, zu vergleichen.

ÖPNV: Regelmäßige Busverbindungen zwischen den Städten, einmal täglich eine Zugverbindung mit Liegewagen; Auch ein Taxi ist erschwinglich zwischen Samarkand und Tashkent. Preisbeispiel: US$ 20,- für 280 km. In den Städten sind viele Busse und Mini-Busse unterwegs, ebenso Taxis, die sehr günstig Fahrten anbieten. Die Metro von Tashkent fährt häufig, ist zuverlässig, das System ist leicht zu verstehen und die U-Bahnhöfe sind wahre Prachtbauten.

Besonderheiten: Die Basare Usbekistans sind ein Genuss für den Sehsinn, den Geruchs- und den Geschmacksinn. Das Angebot an fruchtigem und richtig reifem Obst ist überwältigend, ebenso die vielen eingelegten Gemüsesorten, die Nüsse und Trockenfrüchte, das leckere Fladenbrot, die Schaschlik-Spieße und vieles mehr. Der größte Basar in Tashkent ist der Chorsu-Basar.

Entgegen meiner Aussagen über Kasachstan und Kirgistan ist eine Reise in Usbekistan auch ohne Russisch-Kenntnisse  eher möglich. Besonders Studenten sind sehr daran interessiert, mit Ausländern ins Gespräch zu kommen, um die eigenen Sprachfertigkeiten zu verbessern. Auch in den privaten Unterkünften wird häufig Englisch gesprochen.

Adressen:
B&B und lokale traditionelle Küche in Samarkand bei Kutbiya Rafieva und Aziza Haydarova
Adresse: 58 Iskandarova, Nähe Guir-Emir-Mausoleum; E-mail: muhandis@online.ru

www.andrea2000.de - spannender Bericht über eine Reise von Dresden nach Hongkong mit Zug, Bus, Pferd und zu Fuß

Reiseführer und Landkarten:
Zentralasien - Domont Kunstreiseführer
Usbekistan entdecken - Trescher-Verlag
Central Asia - Lonely Planet
GUS 1:3 500 000 - Hildebrand's

Ergänzende Literatur:
Ion Karagounis: Mit dem Zug durch Zentralasien und China – edition fischer


Stand: September 2003


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